Schöner mikrowohnen.

März 24, 2010

Ich habe eine neue Mikrowelle. Wahrscheinlich haben alle Menschen eine neue Mikrowelle, die ihre Bedürfnisse von Tchibo beeinflussen lassen. Aber mehr als das: für mich ist sie der Schritt zu einer neuen Küche.

Gut, „Küche!“, werden Sie lachen, falls sie meine Wohnung kennen, „Wie bitteschön spricht man bei 25 Quadratmetern von Küche?“ 25 Quadratmeter als Gesamtgröße der zu bewohnenden Fläche, wohlgemerkt, nicht für einen Ballsaal Küche. Küche wird auf dieser Fläche eine Herausforderung. Sobald zum Beispiel ein einziger benutzter Teller herumsteht, scheint sie VOLL. Deshalb will ich einen Geschirrspüler. Das geht aber nur, wenn ich auf einen Ofen verzichte, deshalb also die heißluftfähige, grillende Mikrowelle. Ich sehe, Sie haben verstanden.

Noch aber habe ich einen Ofen, deshalb ist die vielversprechend silbern glänzende neue Mitbewohnerin ein wenig unpraktisch. Sie dominiert mit ihrem doch ausladenden Wesen die gesamte Wohnung. Was nicht schwierig ist, aber bisweilen ungemütlich.

Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich freue mich über meine neue Gefährtin, auch wenn ich zunächst eine herbe Enttäuschung erleben musste: das Mikrowellenpopcorn, um das ich Mikrowellenbesitzer seit jeher beneidete, schmeckte mir gar nicht. Aber da kann die Maschine ja nix für. Dennoch. Schlecht erfüllte Illusionen sind schlimm.

So oder so – mein Plan war, die Mikrowelle in Zeiten des Nichtgebrauchs zu verstauen. An einem Ort, der nicht sofort ins Auge sticht. Auch das eine Herausforderung in 25 Quadratmetern. Ich entschied mich für eine Ecke auf meinem Bücherregal, holte den Tritt, wischte da oben ein bisschen rum (ja, das Frühjahrsputzgen!) und versuchte dann, den silbern vielversprechenden Kasten dorthin zu wuchten.

K e i n e  C h a n c e .

Nicht, dass ich die Dame nicht heben könnte. Nein, das kann ich. Sogar, ohne, dass sie mir sofort auf die Zehen fällt. Zugegeben, mit ihr im Arm auf einen Tritt zu steigen, schien mir kühn. Aber dann zu versuchen, sie in Überkopfhöhe abzustellen – schier unmöglich. Fest davon überzeugt, erst wieder mit mindestens Gehirnerschütterung und gequetschter Schulter unter dem silbernen Glänzen zu erwachen, schob ich sie schnell auf die Couch. Von dort wuchtete ich sie – auf Körperhöhe – auf ihren alten, vorübergehenden Platz.

Seit heute wohne ich in meiner Küche. Besser: in meiner Mikrowelle. Sie riecht nach Popcorn.

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4 Antworten to “Schöner mikrowohnen.”

  1. frau kuni said

    seinerzeit, im letzten Jahrtausend, als ich noch jung und schön war und auf 30 qm wohnte, verstaute ich die Mikrowelle immer im Kleiderschrank. Einer meiner Verehrer hat sie mir dort sogar angeschlossen, Loch durch Schrank und Stromkabel verlegt.

  2. Eine Freundin von mir hatte eine Mikrowelle in ihrer ebenfalls petiten Küche…
    Ihre Mikrowelle schwebte in Ruhezeiten unter der Decke, auf deinem Regalbrett mit Flaschenzug, und im Falle von Benutzung wurde sie herunter gelassen. Das war recht illuster.

    Vielleicht auch eine Anregung…

  3. Das wäre der Hit. Ziehen und ab. Aber ich fürchte, das wird hier schwer. Naja. Wir haben uns aneinander gewöhnt.

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