Über nichts. Höfliche Stunden Zeitlang.

August 13, 2011

Es ist so. Wir sind in Kani-Kombole. Fragen Sie nicht, wo das liegt, es gibt dort nichts. Gut, die erste Moschee der Ebene, aber Boubacar – dit: Simon – findet Moscheen uninteressant. Simon führt uns seit drei Tagen durch die Ebene, von Dorf zu Dorf, Schmied zu Schmied, Huhn zu Huhn, Ogon zu Ogon, vorbei an Moscheen. Wir finden Moscheen brav auch nicht unbedingt bemerkenswert und beschließen, bald weiter zu ziehen, eine Cola, dann wieder aufs Plateau, Mittagessen, ab in die Stadt. Eine Dusche. Bier. Die Stadt.

Wir trinken unsere Cola, Simon raucht, trinkt seinen Tee und weil ein Tee kein Tee ist, warten wir, sehen uns Schnitzereien an, kaufen nichts, stehen noch ein bisschen um den ältesten Baum des Dorfes, Simon unterhält sich. Ein Junge spielt uns auf seiner Pfeife vor. Als wir sie nicht kaufen wollen, versucht er es mit seiner Steinschleuder, schließlich bleibt er neben uns stehen und sieht uns an. Ein alter Mann begrüßt uns, ein anderer bringt uns eine Bank, ein dritter fragt, ob wir nicht noch seinen Laden besuchen wollen. Simon unterhält sich, er war lange nicht hier, heute ist Markt, später, nach der Feldarbeit.

Als der Junge uns seinen Bruder verkaufen will, schlendern wir doch in den Laden, lassen uns Masken und Ringe, Bronzefiguren und Muscheln, Kuhschwänze und Kani-Kombole erklären. Dass wir bestimmt schon lange in Afrika seien, oder Madame, doch doch, bestimmt, machen Sie mir nichts vor, das könne man sehen. Wir kaufen zwei Ringe, Danke, einen schönen Tag.

Simon unterhält sich, stellt uns vor, fragt, ob wir jetzt hier Essen bestellen sollten. Ob wir nicht aufs Plateau wollten, frage ich. Doch doch, aber jetzt sei es ein wenig spät und weil wir ja noch in die Stadt wollten, es sei besser, wir würden nun hier essen und anschließend nach oben, das hier sei Allaye, ein alter Freund. Wir warten auf das Huhn, lange, länger als auf alle anderen Hühner zusammen, dafür, meint Simon, schmecke es schlechter.

Nach dem Huhn kommt langsam Bewegung in den Markt, Simon meint, wir sollten ihn uns kurz ansehen, erklärt Früchte, Gemüse und Kruditäten, Leute, stellt uns vor. Nach dem Rundgang sitzen wir um den Baum, Simon unterhält sich. Der Junge neben uns, sieht uns an, pustet in seine Pfeife. Irgendwann, Tees später, sitzen wir schweigend. Vor der nächsten Zigarette frage ich Simon, ob wir noch auf etwas warteten. Erstaunt schüttelt er den Kopf, er doch nicht. Wir fahren, der Junge winkt.

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