Wenn die Abwertung kommt. Über die Sinnlosigkeit von Geld.

August 17, 2011

Es ist so. Ich habe ausführlich die Lokalisierung des Internets in der Welt von Frau Skypeverbot beschrieben. Mittlerweile bin ich mit Frau Skypeverbot per Du und auch sonst verstehen wir uns rührend. Und jetzt weiß ich: sie kann nicht anders. In ihrer Welt existiert das Konzept Internationalität nicht, wie soll man sich da Internet vorstellen können. Oder gar virtuelle Räume. Und wer putzt da überhaupt.

In meinem Büro putzt neuerdings auch niemand mehr, schließlich ist es im Erdgeschoss, dafür geht das Internet nur manchmal, wahrscheinlich ist es verstaubt. Vor Kurzem fragte ich nach, ob jemand auch meinen Müll entsorgen könne, obwohl ich im Erdgeschoss säße. Hm, ja, naja, also, wieso nicht, ich solle ihn einfach nach Feierabend zum Müll in den zweiten Stock stellen, dann könne er abgeholt werden. Seither putze ich selbst.

Darum soll es aber hier nun nicht gehen, ansonsten ist mein Büro funktionell, ich arbeite. Heute entwerfe ich einen Vertrag und fülle das zugehörige Formular zur Mittelanforderung aus. Postwendend (auch eines dieser aussterbenden Worte, nicht aber in der Zusammenarbeit mit Frau Skypeverbot) ein Anruf. Kommense mal, Du.

Das ginge so nicht. Ich könne nicht soviel Geld anfordern, wegen der Abwertung.
Die Abwertung, das ewige Schreckgespenst jeder Buchhaltung. Falls die Abwertung komme (wahlweise die Russen) und man habe soviel Geld auf dem Konto: fatal! Wir befinden uns in einer eurogebundenen Währungszone, die letzte Abwertung erfolgte in den 90ern.
Ohnehin gedenke ich, das Geld auszugeben. Jaha, das habe sie schon gesehen, aber, das ginge so nicht, die Dame sitze im Nachbarland. Und wenn hier, in diesem, unserem Lande Geld ausgegeben werde, müsse es auch hier eingenommen werden. Wegen der Steuer.

Ich scheine sehr ungläubig zu gucken, fange mir das obligatorische Ichsollemichnichtsoanstellen ein, Sie, Du, dass sei ja wohl klar, hier könne man ja nicht überprüfen, ob dort die Steuern ordnungsgemäß abgeführt würden. Mein vorsichtiger Einwurf, dass man das auch hier nicht überprüfen könne, sowie, dass es dafür eine Vertragsklausel gebe, wird brüsk abgeschmettert, darum solle sich ja wohl der Staat kümmern. Ob sich nicht auch Nachbarstaat darum kümmern solle, frage ich und ob meiner Naivität rollt Frau Skypeverbot mit den Augen.
Wenn hier ein Vertrag abgeschlossen würde, dann wüsste der Staat das. Aber Nachbarstaat wüsste das nicht, könne das also nicht nachhalten. Ich beiße mir auf die Zunge, um nicht aus Versehen Vertragsabschlüsse hochzurechnen, die der hiesige Staat bestimmt. alle. einzeln. nachhält. Vielleicht verbirgt sich das ja hinter dem Engagement der Kollegen mit dem Titel „Verwaltungsaufbau“.

Vielleicht aber bräuchten wir hier vielmehr einen Herrn Stoiber, für Bürokratieabbau. Oder aber ich zahle meine Vertragspartner künftig in Naturalien. Die fliege ich dann nach Nachbarland. Vorher aber lasse ich prüfen, ob jeder Reishändler hier seine Steuern ordnungsgemäß abführt.
Geld ist eigentlich eine völlig unsinnige Erfindung, ebenso wie die Internationalität. Braucht kein Mensch. Meins trage ich jetzt in den zweiten Stock zum Müll. Einfach am Staat vorbei.

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