Kurzes zum Mittag.

Oktober 20, 2011

Es ist so. Die Medien vermelden den Tod Ghaddafis. Vor dem Fernseher des Bistros wird wild diskutiert, Köpfe und Fäuste geschüttelt, ungläubig nachgefragt, gestritten aber vor allem gestarrt „Die sollte man alle hinrichten“ – wen auch immer.

Er sei hier nicht sonderlich beliebt, heißt es, gleichzeitig, naja, seine Mutter Malierin. Und er habe damals das Staatsfernsehen ins Land gebracht. 1983. Seither finanziert er Reisanbau (und exportiert diesen nach Libyen), diverse Imame und die Cité Administrative – ein Verwaltungsareal, in dem alle Ministerien untergebracht werden sollen. Der Name „Cité Muamar al Khadafi“ wird seit dem Unabhängigkeitstag tapfer von einer malischen Fahne kaschiert. Kurz, die Lager sind gespalten, es bleibt abzuwarten, was passiert. Wenigstens ist er nicht direkt durch die NATO gestorben, das vermindert die Wahrscheinlichkeit von Demonstrationen.

Während neben uns staunend die Neuigkeiten verarbeitet werden, erzählen wir uns Räubergeschichten aus dem Norden, wo sich die Drogenmafia professionalisiert, mit den Tuareg geeinigt hat und nun mit rückkehrenden libyschen Kämpfern gegenüber steht. Die wiederum müssen sich in die Tuareg-Gebiete einfinden. Neben dem Drogenhandel etabliert sich also der Waffenhandel im großen Stil.

Und von diesen Räubern kommen wir auf Griechenland, die EU und all die Krisen, die uns dann doch wieder näher sind.

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