Jedes Jahr eine gute Tat. Eine Zurückhaltung.

Januar 6, 2012

Es ist so. Ich erhalte eine Rechnung. Also nicht ich, sondern ich als Teil von NeueFirma. Die Rechnung kommt im Januar, sie ist aber für Leistungen letzten November. Seit Januar ist auch die Verwaltung fusioniert, was früher Mathieu und dann Frau Skypeverbot erledigten, erledigt nun – ja nun. Ich trage die Rechnung zu Frau Skypeverbot, die mich mitleidig ansieht und stumm mit den Schultern zuckt.

Dann trage ich die Rechnung zur Freundin von Frau Skypeverbot. Die steht der Verwaltung von NeueFirma hier vor, schüttelt den Kopf. Wie sie das tun solle. Ich habe ja keine Projektnummer und würde nicht über das Büro finanziert. Sie sei nicht zuständig. Wie ich überhaupt finanziert sei. Oder meine Stelle. Das frage sie sich ohnehin. Und wie viele wie mich es denn gebe.

Ich frage in der Zentrale nach, wo das Kopfschütteln per Mail zurückkommt. Man appelliert an meine Geduld, ich solle abwarten, bis ich ein Projektbudget habe. Dass ich gerne, der Rechnungssteller aber nicht so gerne bis ultimo warten könne, wird ignoriert.

Tage später kommt Frau Skypeverbot und fragt nach der Rechnung. Ob die immer noch da sei. Ich könne sie ja privat bezahlen, man werde dann vielleicht im Laufe des Jahres eine Lösung finden, man müsse ja, sie wolle mit ihrer Freundin reden. Ich erwidere, dass ich nicht einsehen würde, Dinge privat zu zahlen. Ich solle mich nicht so anstellen, ich könne schließlich keine Dienstleistungen in Anspruch nehmen und sie dann nicht zahlen, das ginge so nicht, man sei ja NeueFirma. Den Einwurf, dass nicht ich die Dienstleistungen in Anspruch genommen habe, sondern die Rechnung im Auftrag von NeueFirma entstanden sei, dass es gewissermaßen mein Job gewesen sei, diese Rechnung zu produzieren, tut sie mit einem weiteren, schulterzuckenden Ich solle mich nicht so anstellen ab. Wofür die Rechnung überhaupt sei, aha, sie halte das ja für völlig überflüssig. Sie jedenfalls könne sich da nicht drum kümmern, am besten sei, ich verursache nun bis auf Weiteres keine Kosten.

Ob ich dann nach Hause gehen könne. Nein, natürlich nicht, ich hätte diesmal ja sogar schon einen Vertrag. Ich frage nach der Büromiete, dem Anteil der Telefonanlage, der Internetverbindung – Ah, Internetverbindung!
Was sie mich schon lange mal fragen wollte, wie das denn sei mit dem, sie wisse jetzt nicht genau, wie man sagte, diesem Widrahtlosinternet, ob sich das in die Telefonanlage einwähle und wo die drahtlosen Kosten denn landeten. Man habe so hohe Telefonkosten, das müsse doch irgendwo herkommen. Ich versuche, ihr den Unterschied zwischen betoniertem und drahtlosem Internet zu erklären, dass das Büro unterschiedliche Telefon- und Internetanbieter habe, auch wenn bei Problemen immer der gleiche Privatunternehmer käme. (Ein sehr sympathischer Malier, der sein Studium als Grillwalker auf dem Kurfürstendamm finanzierte und recht berlinert.)

Frau Skypeverbot nickt, schüttelt den Kopf, nickt, staunt mich stumm an, nimmt die Rechnung und geht. Ich überlege ganz kurz, ob das eben eine private Dienstleistung war oder ob ganz NeueFirma davon profitiert. Dann aber fällt mir ein, dass ich im Trainingsbereich arbeite und das neue Jahr noch ganz jung ist.

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