Voilà, la coupure. Wochenendpläne.

Januar 27, 2012

Es ist so. Unser Haus liegt seltsam still. Ca va, et la journée, Ja, selbst alles gut, ça va, jaja, die Familie und nun ja, es gebe keinen Strom. Sicherlich, alle anderen hätten Strom, aber wir, nun ja.

Diesmal heißt „kein Strom“, man habe ihn abgedreht. Jemand vom hiesigen Energieversorger sei gekommen und habe ihn abgedreht. Das Wasser ebenfalls. Auf der Avis de Coupure steht, wir seien im Zahlungsverzug.

Man erklärt uns, es gebe Ausstände aus Mai, die man seit November auf der Rechnung vermerke. Die Novemberrechnung darüber hinaus sei auch nicht gezahlt. Und ja, auf der bereits beglichenen Dezemberrechnung habe man die Ausstände auch vermerkt.
(Eine Rechnung begleichen geht so: man nimmt die Rechnung, fährt zur Zahlstelle des Energieversorgers und zahlt.) Nein, bei Begleichung der Rechnung von Dezember habe man nicht auf die Ausstände hingewiesen, sie seien ja vermerkt. Ein Teil Mai plus November, das gebe zwei Monate Ausstand, voilà, die Coupure und heute sei die Kasse leider schon geschlossen. Morgen vielleicht.

Wir schöpfen einen Eimer Wasser aus dem Pool für die Klospülung, kramen Stirnlampen und Kerzen hervor. Später sind wir ohnehin verabredet und verbringen den Abend bei Wein, Film und Pizza.

Tatsächlich ist es sehr wahrscheinlich, dass die Novemberrechnung nicht gezahlt wurde. Wir haben sie nicht erhalten. Ha, Postrechnung nicht bezahlt! ruft meine Schwester. Das Lustige ist, dass es gar keine Post gibt, der Energieversorger also normalerweise die Rechnungen selbst austragen lässt. Meistens kommen sie an. Nur Mahnungswesen gibt es keines.

Am nächsten Morgen fahren wir an die Kasse und zahlen. Einen Mairest und den November. Leider, es sei schon neun Uhr, es sei nicht sicher, ob derjenige, der dafür zuständig ist, die Hähne wieder aufzudrehen, heute noch vorbeikommen könne. Es sei Freitag und da arbeite man nachmittags nicht. Vorsichtshalber duschen wir im Büro.

Außerdem vorsichtshalber gehen wir nach Feierabend erstmal in die Kneipe ums Eck, schmieden Wochenendpläne. Orte, mit Duschen. Und Essen. Gleichzeitig läuft im Radio einer der wenigen Berichte über die Kämpfe im Norden. Bürgerkrieg, könnte man sagen. Und irgendwie scheinen Wasser und Strom beim nächsten Bier tatsächlich kein allzu großes Problem zu sein.

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