Abschied. Und für immer.

Juli 29, 2012

Als ich endgültig von Bamako Abschied weine, bin ich seit Monaten schon wieder in München.

Es ist der Tag, an dem Tim die letzten Dinge in die Koffer packt.
Ich stelle mir vor, wie er das letzte Mal durch den Pool schwimmt, denke an den Garten, höre die Vögel, gehe noch einmal durch alle Zimmer, atme die fette rauchige Luft.

Die unbekümmerte Hitze, der Müll, die unglaublich vielen Kinder, das ständige Hupen von Mopeds und Kleinbussen. Der Fluss. Der Weg zum Supermarkt. Die Telefonkartenverkäufer, Polizisten, Pate rouge, die Boutique ums Eck. Ca va.

Ich denke an Renards Grinsen, an Mamoudous lispelnde Bedächtigkeit, Christians Zurückhaltung, Bintous rauhe Stimme und ihre Schüchternheit.
Kolleginnen und Kollegen. Felsen und Wüste. Meine Lieblingsschreiner. Banderolen, Zeremonien, große Gefühle, Herzlichkeit, Gespräche, Schafe und ständiges Staunen. Tausende Eindrücke.

Ich bin nicht gut in Abschieden. Vielleicht musste ich nie, vielleicht habe ich mich immer davor gedrückt. Und nun so anders, als einfach von Berlin nach Frankfurt zu ziehen. Seltsam zu wissen, dass es das Land, aus dem ich wegging, nicht mehr gibt. Der Putsch, die Teilung. Das Lauern.

Wie man denn hierher zurückkomme, fragte jemand gestern. Langsam. Gar nicht. Vielleicht gemeinsam. Wenn wir alle die Erinnerungen aus ihren Kisten zaubern – wie alte Freunde.

Neben mir liegt der Zwack und brabbelt seine Hand an.

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