Sagt mein Mann. Und über Werkstattsauger.

September 5, 2013

Es ist so. Ich bin auf der Suche nach einem Staubsauger. Das ist schwierig, weil ich Staubsaugen nicht sonderlich mag. Aber ich hoffe, dass sich das Übel mit einem neuen Staubsauger mindern lässt. In Bezug auf den alten Staubsauger hätte ich nun gerne einen, der saugt. Und den Staub behält. Außerdem nicht röhrt und nicht riecht. Kurz: einen stubenreinen Staubsauger, wenn man so will.

Die Algorithmen versagen. Niemand, der in letzter Zeit ebenfalls zweiundzwanzig Versionen von „El Condor Pasa“ erworben hat, interessierte sich auch für einen Staubsauger. (Das war ich nicht. Das war ein Wunsch meines Schwiegervaters. DIE Version von „El Condor Pasa“. Die von damals, aus dem Studentenwohnheim. Sie war nicht dabei. Mein Ohrwurm ist dafür nun chronisch.) Auch kein Käufer der gelben Matschhose wollte anschließend saugen.

Ich klicke mich also wahllos durch Staubsauger und vor allem ihre Testberichte. Interessanterweise werden Staubsaugerberichte nur von Männern erstellt. Oder von Frauen, die die Reaktionen ihrer Männer beschreiben: „Sagt mein Mann.“
Männer saugen aber kein Parkett. Männer saugen Autoteppiche. Einwandfrei! Oder haben Werkstattsauger. Werkstattsauger! Ich stellte mir bisher Werkstätten als letzte Horte linksdrehender Holzspäne vor. Aber nix: da wird gekärchert! Mit dem Werkstattsauger. Ein echtes Turboteil, steht da zu lesen, der Tycoon unter den Beutellosen. Ein echter Kerl. Des Weiteren liest man dort von Höllenmaschinen, Watttigern, flüsternden Saugprofis und Teufelsdingern.

Am eindruckvollsten fand ich die Beschreibung eines Saugkrafttests. Der Mann der Rezensentin zweifelte die Saugkraft des neuen Saugers beim bloßen Anblick an. Schien wohl kein Werkstattsauger. Sie drehte daraufhin den Sauger auf „Vollgas“ und saugte den Unterarm ihres Mannes an. (Er sei einverstanden gewesen, schrieb sie.) Was blieb: tagelang ein riesiger lila-blauer Fleck. Auch sie habe des Öfteren Mühe, den Sauger wieder vom Teppich zu lösen, wenn er sich und sie festgesaugt habe. Ein Superteil!

So habe ich das noch gar nicht betrachtet. Nicht das Potential der Körperverletzung beziehungsweise des Staubsaugers als Haushaltswaffe. Aber – nicht unbedingt auf Vollgas – man könnte sich den Haushalt anderweitig erleichtern. Einfach den Zwack ansaugen, in Ruhe Wäsche aufhängen und ihn
dann wieder losgelassen.
Oder per Geisterhand durch die Decke die Möbel der Mieter über uns verrutschen. Oder deren Höllenhund festsaugen, wenn er mal wieder nervt.

Wieviel Watt ich dafür wohl brauche? Und ob ein Kärcher ausreicht? Auf einmal habe ich ganz neue Anforderungen an meinen künftigen Powerbesen! Wird Zeit, dass ich mir eine Werkstatt anmiete.

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