Der Bebi. Und die wichtigen Dinge des Lebens.

April 8, 2014

Es ist so. Strizzi ist also da und der Zwack ist jetzt auf einmal zu zweit. Der große Bruder, sagen alle. Tatsächlich ist er so klein wie vorher, nur kam er mir nach der Geburt über Nacht auf einmal doppelt so groß und schwer vor wie davor.
Ich weiß nicht genau, wie er das findet. Die neue Situation hat ihn gebeutelt, Mama funktioniert nicht mehr so gut und auf einmal will da noch einer immer was. Wahrscheinlich fragt er sich auch, was das für ein Bündel ist, was das soll und vor allem: ob das so bleibt. Und wieso es nix kann.

Gleichzeitig scheint er sehr fasziniert. Beim ersten Besuch im Krankenhaus krabbelte der Zwack auf mein Bett, staunte den Strizzi an, fuhr seinen Zeigefinger aus und sagt: „Auko.“ (Auge.) Dann noch einmal (anderes Auge) und dann Nase, Mund, Backe, Haare, Hand. Andere Hand. Danach wollte er ihm ein Stück Kiwi in den Mund schieben.

So ist es bisher geblieben. Der Zwack piekst fasziniert und herzig, ahmt den Strizzi nach, wenn der komische Geräusche macht, möchte ihn gerne auf den Arm nehmen und ruft unvermittelt „Der Bebi!“, wenn ihm gerade danach ist. Oder wenn er ihm wieder einfällt. Manchmal vergisst er ihn einfach. Wenn wir irgendwohin gehen, ruft er „Bebi mit!“ und im Fahrradanhänger hält er seine Hand.

Manchmal aber scheint es ihm doch zu wenig, wozu Strizzi in der Lage ist. Er gibt dann den großen Bruder, der die Welt erklärt. Hält ihm ein Buch vor die Nase und sagt bedeutungsvoll: „Bebi: Mischer!“ Oder er zeigt ihm die Eichhörnchen auf dem Balkon – „Bebi: Eische!“ Oder er will ihn weiterhin füttern. „Bebi: Nune.“ Sonst wird ja nix aus dem Bündel.

Gleichzeitig entwickelt der Zwack interessante Strategien. Ein Strizzi, der sich beim Verdauen plagt, bekommt weniger Aufmerksamkeit für sein Gequäke als ein hungriger Strizzi. Also wie folgt:

Strizzi: quäkt.
Glitzerkugel: „Hm, ich glaub der hat Hunger.“
Zwack: „Nein! Der daut!“ Dann folgt wahlweise „Mama Auto baun“ oder „Appi. Zwack esse!“.

Von Strizzis Seite lassen sich erste Vorboten erahnen, wer Zwacks größter Fan werden wird. Sobald der Zwack im Gesichtsfeld von Strizzi auftaucht und irgendwas in der Hand hält (Auto/ Buch/ Apfel…) juchzt der Strizzi, soweit er das kann, grinst und gluckst. Der Zwack schaut dann irritiert, streichelt abwesend ein „Eiei“ und macht wichtige Dinge weiter. Manchmal versucht er, ihn irgendwohin zu ziehen oder er nimmt ihn bei den Händen: „Piep piep piep. Bebi: esse.“

Eigentlich darf der Strizzi nämlich schon Hunger haben. Insgesamt haben wir bisher Glück gehabt. Entgegen vielfältiger Warnungen traue ich mich auch, die beiden für einen Moment alleine zu lassen. Strizzi hatte bisher weder einen Holzklotz im Auge noch eine Salzstange in der Luftröhre. Wahrscheinlich, weil der Zwack immer mit wichtigen Dingen dieser Welt beschäftigt ist. Da kann man sich auch nicht die ganze Zeit um so ein seltsames Bündel kümmern.

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