RÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖHR. Über die zivile Nutzung von Laserschwertern.

Oktober 27, 2014

Es ist so. Wir brauchen ein Laserschwert. Nicht, dass der Zwack sich aus dem Alter der Baumaschinen herauskatapultiert, Cars, Bob der Baumeister und Spiderman übersprungen hätte, um sich jetzt dem Weltraum und seinen Gestalten zu widmen. Nein. Wir beschäftigen uns noch eingehend mit Baumaschinen, noch nicht einmal näher mit Eisenbahnen.

Dennoch. Am Wochenende waren wir zu Besuch bei einer befreundeten Familie, drei ältere Kinder, zwei Katzen, ein Laserschwert. Über das stolpert der Zwack, als er genauestens das Zimmer des Ältesten inspiziert. „Mama“ haucht er. „Nehmn.“ Als er auf einen Knöpfe drückt und es anfängt zu röhren und blinken – Verzeihen Sie mir dieses uninformierte Vokabular, auch ich bin noch im Stadium der Baumaschinen verhaftet. Wie machen Laserschwerter offiziell? Jedenfalls der Zwack lässt es erschrocken fallen, um es dann sogleich mit einem wildzärtlichverklärten Blick wieder aufzuheben, die Knöpfe zu drücken, es gen Boden zu richten und weiter zu hauchen: „Mama. Laubbäser.“ Die Geschichte ist kurz erzählt: man konnte ihn dieses Wochenende nur immer sehr kurzzeitig von seinem Laubbläser loseisen.

Am einfachsten ging es bei  Spaziergängen durchs Viertel, einer Einfamilienhaussiedlung, in der neben jedem zweiten Carport eine Art Hundehütte für den Laubbläser stand und dementsprechend viele im Einsatz waren.

Der Zwack mag Laubbläser.

Jemand pustet Laub über einen Supermarktparkplatz. Zwackscher Freudenhüpfer: „LAUBBÄSER! MAMA! LAUBBÄSER! SCHAUN!“ Wir stehen, schauen, es pustet. Es sind viele Laubbläser unterwegs, in dieser Stadt, wir stehen viel.

Jede Papprolle in unserem Haushalt mutiert zum Laubbläser, früher oder später. All unser Geschenkpapier wurde von den Papprollen gerollt, weil der Zwack immer wieder im Arbeitszimmer steht, auf die Rollen deutet und sagt: „Mama! Laubbäser nehmn.“ (Ja, es hat gedauert, bis ich wusste, was er meinte.)

Ein Spaziergang durch Partenkirchen, es liegen Blätter auf der Straße, Zwack aufmerksam: „Mama! Laubbäser kommen.“ Jaja, liebes Partenkirchen, da wird genau hingeschaut.

Seit der Zwack „DA! DA! DA!“ sagen kann, verbringen wir jahrein, jahraus den Großteil des Dienstagsfrühstücks auf dem Balkon. Dienstags kommt die Kehrmaschine, also auch: der Laubbläser. Der bläst das Laub vom Gehweg und zwischen den parkenden Autos heraus auf die Straße. Dann kommt die Kehrmaschine und kehrt das Laub ein. Straße rauf, Straße runter, Querstraße rauf, Querstraße runter. Manchmal mehrere Kehrmaschinen, mehrere Laubbläser, ein Pritschenwagen. Alles lärmt und blinkt und dreht und pustet und der Zwack kriegt glänzende Augen.

Der Zwack mag auch Kehrmaschinen.

Aus Lego baue ich Kehrmaschinen. Große. Wenn jemand keine Kehrmaschine aus Lego bauen kann, wundert sich der Zwack. Wurde Lego nicht dafür erfunden? Ans Rutscheauto einen Besen gebunden, es wird gekehrt und manchmal, wenn er so durch die Wohnung rutscht, ruft er: „Mama! Kehrmaschine besorgen!“ Ob wegen der Brösel oder der Zuneigung zu Kehrmaschinen, sei dahingestellt.

Ich habe versucht, dem Zwack unseren Fön anzudienen, ich habe versucht, Kärcher von der Herstellung eines Kinderlaubbläsers zu überzeugen, ich habe versucht, Gonzo umzuwidmen. Alles vergeblich. Und jetzt dieses Laserschwert. So einfach. Wir müssen wieder lernen, die Welt mit Kinderaugen – Quatsch. RÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖHR.

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3 Antworten to “RÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖHR. Über die zivile Nutzung von Laserschwertern.”

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