Staade Zeit. Und über Notaufnahmen.

Dezember 11, 2014

Es ist so. Von verschiedenen Seiten habe ich diesen Advent schon vernommen, dass die Vorweihnachtszeit und vor allem Weihnachten mit Kindern doch nochmal etwas ganz Besonderes sei. (Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass diesen Aussagen oft Geschichten von Weihnachten mit den Kleinen in der Notaufnahme folgen, aber die seligmachende Weihnachtszeit scheint über besondere Weichzeichner zu verfügen.)

Tatsächlich, etwas ganz Besonderes. Wir zum Beispiel tragen uns diesen Advent besonders mit der Frage, wo wir den Nikolausteller eigentlich hinstellen müssen, damit der Zwack ihn nicht auf einmal aufisst. Wir haben einen Ort gefunden und setzen uns nach „NIKOLAUS NEHMN!“ nun täglich mit „Ich will nicht den da oben stehen!“ auseinander. Und wo wir gerade dabei sind: wie machen wir das mit dem Christbaum? Auf ein Tischchen stellen oder erhöhen wir damit nur die Fallhöhe? Die Äste von unten her absägen, bis der Strizzi nicht mehr rankommt? Unten einfach nicht schmücken? Den Baum hinter der Couch verstecken oder sonstige Zugangsschikanen einbauen? Das ist eine Herausforderung. Strizzi nämlich hat es eilig und pflegt mittlerweile herumzustehen, sich überall hochzuziehen und klettert mit Vorliebe irgendwo hinauf. Das macht der Zwack schließlich auch. Der Zwack aber kann dann einfach runterhüpfen und dabei laut juchzen, während Strizzi eher einer Katze gleicht, die man mit der Feuerwehr aus dem Baum retten muss. Nun ja. Andere Geschichte. Wir pflücken den Strizzi jedenfalls öfters aus misslichen Lagen und möchten ihn ungern in eine missliche Lage mit dem Christbaum bringen. Und uns. Und dann alle in die Notaufnahme.

Wo wir aber nun bei Feuerwehr sind, das machen wir diesen Advent auch. Backen. Feuerwehrautos backen, Betonmischer und Bagger. Die Ausstechform für den Traktor der Besinnlichkeit ist noch im Adventskalender. Backen ist, der Zwack steht auf dem Stuhl und drückt in rasanter Geschwindigkeit wahllos seine Ausstechformen in den Teig und ich soll sie dann aufs Blech kriegen. Nach dem Backen möchte er gerne alle aufessen und dann verzieren. Einzeln. Nicht jeden Bagger einzeln, nein, jeden Streusel. Einzeln. Ahoi, entschleunigte, staade Adventszeit.

Natürlich singen wir viel. Neben allen Sankt Martins-Liedern, weil der Zwack sie halt kann, auch Weihnachtslieder, sogar schon die Tannenbaum-Version mit dem Opa im Kofferraum. Gestern, nach SchneeflöckchenWeißröckchen mit weißen Jongliertüchern im Kreise anderer Kinder und Mütter (nein, das war alles nicht meine Idee!), knallte der Zwack vor lauter Begeisterung gegen den Glasschrank. Mit Karacho. Jetzt kann man entweder fragen, wer zum Teufel stellt eigentlich Glasschränke in einen Raum, in dem regelmäßig Kinder rumlaufen? Oder man kann fragen: wieso scheint sonst nie ein Kind mit Karacho gegen den Glasschrank zu krachen, der Zwack aber schon? Den Abend jedenfalls verbrachten wir mit Geheul, vor allem einem frommen Wunsch des Zwacks: „Möchte eine Beule haben!“ Ich habe das nicht genau verstanden. So oder so – wir bewegen uns auf die Notaufnahme zu und genießen weiterhin den besonders beschaulichen Advent. Mehr davon, wenn ich den Strizzi aus dem Adventskranz befreit habe.

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